Präsident Maduro festgenommen. Militärische Eskalation zwischen den USA und Venezuela 

Analyse zur aktuellen Lage

Am 3. Januar 2026 meldeten mehrere deutsche und internationale Medien eine erhebliche militärische Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela. Laut Berichten des deutschen Boulevardmediums Bild bestätigte US-Präsident Donald Trump über seine Plattform Truth Social, dass die USA militärische Angriffe auf Venezuela durchgeführt und dabei den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sowie seine Frau gefangen genommen und außer Landes gebracht hätten. Demnach sei der Einsatz in den frühen Morgenstunden erfolgt und habe auch Explosionen und militärische Aktivitäten in der Hauptstadt Caracas ausgelöst. 

Zeitgleich dokumentieren Medienberichte, dass in Caracas Explosionen und Rauchwolken zu beobachten waren, und zahlreiche Augenzeugen von tieffliegenden Flugzeugen berichteten. Die Spannungen zwischen Washington und Caracas waren in den vergangenen Monaten bereits gewachsen. Das venezolanische Militär kündigte laut Tageszeitung „Die Welt“ daraufhin den Einsatz aller seiner verfügbaren Mittel an.

Schwelender Konflikt seit 2025

Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela hatten sich seit Mitte 2025 deutlich verschlechtert. Dies geht auch aus Hintergrundberichten bei Wikipedia zur bilateralen Lage hervor: Nach Anhebung von Kopfgeldern auf Maduro durch die USA und zunehmender militärischer Präsenz in der Karibik intensivierten sich zwischenstaatliche Spannungen. Gleichzeitig kam es zu wiederholten Angriffen auf mutmaßliche Drogenboote durch US-Militäreinheiten. 

Bereits im Dezember 2025 berichteten US-Präsident Trump gemäß „tagesschau“ und US-Medien über einen Angriff auf eine Hafenanlage in Venezuela, die zum Verladen von Drogenbooten genutzt worden sei – der erste bekannte Schlag gegen ein Ziel auf venezolanischem Festland. Regierungs- und Geheimdienstkreise gingen dabei von Verbindungen zwischen venezolanischen Einrichtungen und Drogennetzwerken aus. Gemäß „Washington Post“ und deutschen Medien wie dem öffentlich-rechtlichen Deutschlandfunk, aber auch dem Tagesspiegel und der staatseigenen Deutschen Welle erklärte US-Präsident Trump am 16. Dezember 2025 die Droge Fentanyl zu einer Massenvernichtungswaffe. Das Deutsche Ärzteblatt weist darauf hin, dass dieses Suchtmittel 50-mal stärker ist als Heroin: „Eine Überdosis ist laut Regierungsangaben weiter die häufigste Todesursache bei Amerikanern zwischen 18 und 44 Jahren. Schon wenige Milligramm können US-Regierungsangaben zufolge tödlich sein."

Operation „Southern Spear“: der US-Kampf gegen Drogenschmuggel

Nach Angaben der internationalen Nachrichtenagentur AP der deutschen „tagesschau“ führten US-Kräfte zuletzt am 1. Januar 2026 einen Angriff auf „zwei mutmaßliche Drogenschmuggelboote“ durch. Seit September 2025 führen die US-Streitkräfte in der Karibik zahlreiche Luftangriffe auf Schiffe durch, die, wie es dort heißt, „angeblich am Drogenhandel beteiligt“ waren. Diese Operationen sind unter dem Decknamen Operation Southern Spear bekannt geworden und umfassen laut Berichten mindestens 30 Angriffe auf „mutmaßliche Drogenboote“ mit über 100 Toten seit Beginn der Kampagne.

Die Trump-Administration rechtfertigte diese Aktionen offiziell als Teil des „Kriegs gegen den Drogenhandel“ und betonte zugleich, dass es sich bei diesem Engagement um einen „bewaffneten Konflikt“ mit Drogenkartellen handele – eine ungewöhnliche semantische Einordnung, die militärische Maßnahmen unter ein konflikthaftes Narrativ stellt. 

Kritische Stimmen aus dem US-Kongress und Experten weisen darauf hin, dass keine belastbaren Belege vorliegen, dass alle angegriffenen Boote tatsächlich Fentanyl oder für den US-Markt bestimmte Drogen transportierten, oder dass diese Schläge effektiv zur Verringerung des Drogenschmuggels beitrugen.

 

Drogentote in den USA: Realität der Krise

Übersehen wird dabei jedoch der Umstand, dass seit Übernahme der Amtsgeschäfte durch die Regierung Trump am 20. Januar 2025 die Anzahl der Drogentoten weiter gesunken ist. Ein Umstand, der in der bisherigen internationalen und nationalen Berichterstattung nur eine untergeordnete Rolle spielt.Maßnahmen in der Drogen- und Grenzpolitik entfalten keine Sofortwirkung, sondern wirken typischerweise über Jahre: Aufbau von Grenz- und Kontrollinfrastruktur, Verlagerung und Verteuerung von Schmuggelrouten, Zerschlagung logistischer Netzwerke, Abschreckungseffekte bei Kartellen und Zwischenhändlern. In der Kriminologie ist dieser Effekt bekannt als „policy lag“ (Wirkverzögerung). Bereits mit seiner ersten Amtszeit von 2016 bis 2021 setzte sich Trump massiv für den Schutz der US‑Bevölkerung ein. Die Regierung unter Joe Biden öffnete hingegen die Grenzen und fokussierte sich auf Schutz und Versorgung inkl. finanzieller Transferleistungen an (Wirtschafts‑)Flüchtlinge. 

Dass Maßnahmen aus Trumps erster Amtszeit trotz allem zu späteren Effekten beigetragen haben können, auch wenn sie den damaligen Anstieg der Drogentoten nicht sofort gestoppt haben, ist plausibel, wenn auch nicht unumstritten. Vor diesem Hintergrund ist es plausibel, dass in der ersten Trump-Administration eingeführte Maßnahmen zur Angebotsreduktion mittel- bis langfristig zu dem später beobachteten Rückgang beigetragen haben – auch wenn sie den damaligen Anstieg, insbesondere während der Fentanyl- und Pandemiephase (2020–2023), nicht verhindern konnten. Die Opioid-Krise in den USA gilt als eine der schwersten öffentlichen Gesundheits- und Sicherheitskrisen der letzten Jahrzehnte. Laut Zahlen der US-Seuchenschutzbehörde, CDC, nachzulesen bei Wikipedia, gab es im Jahr 2020 erstmals 91 000 Drogentote, 2021 bereits ca. 105 000 und 2022 107 000 Drogenüberdosierungs-Todesfälle – eine Tragödie mit synthetischen Opioiden wie Fentanyl im Zentrum. Mehrere „Faktenprüfer-Analysen“ behaupten, dass Drogen-Überdosis-Todeszahlen in den Jahren unmittelbar vor den militärischen Angriffen bereits rückläufig waren. So erklärt der PolitiFact Faktcheck: Die Zahl der Drogentoten sei über Jahre gestiegen, erreichte jedoch vor 2025 einen Höhepunkt und ging dann in der Folge leicht zurück. Die behaupteten Zusammenhänge zwischen einzelnen Angriffen auf Boote und einem drastischen Rückgang von Drogentoten seien wissenschaftlich nicht belegt. Die Gewichtung der Berichterstattung legt nahe, dass, die sicherheitspolitischen Aktivitäten in eine bestimmte Richtung geframt werden sollen.

Einstufung von Drogenkartellen als Terrororganisationen

Unmittelbar nach Beginn seiner zweiten Amtszeit erklärte US-Präsident Donald Trump am 20. Januar 2025 per Executive Order 14157 internationale Drogenkartelle und kriminelle Netzwerke zu potenziellen ausländischen Terrororganisationen (Foreign Terrorist Organizations, FTOs) sowie Specially Designated Global Terrorists. Die Anordnung schuf die rechtliche Grundlage für eine formelle Terror-Einstufung solcher Gruppen durch die US-Regierung. Am 6. Februar 2025 setzte das US-Außenministerium diese Grundlage um und stufte mehrere große Kartelle offiziell als Terrororganisationen ein; die Einstufungen traten am 20. Februar 2025 in Kraft. Zu den gelisteten Gruppen zählen unter anderem das Cártel de Sinaloa, das Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG)MS-13 sowie Tren de Aragua. Die Terror-Einstufung hat weitreichende rechtliche Folgen: Sie verbietet jede materielle Unterstützung der betroffenen Organisationen, ermöglicht schärfere Sanktionen und erweitert die straf- und sicherheitsrechtlichen Instrumente der US-Behörden im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel. Diese Maßnahmen haben weitreichende Folgen. Maduros Venezuela wurde vorgeworfen, nicht gegen die Drogenkartelle im eigenen Land vorzugehen. Nach dem Scheitern diplomatischer Kontakte – darunter ein Telefonat zwischen Trump und Maduro am 2. Januar 2026 – erklärte die US-Regierung, dass weitere Maßnahmen geprüft und umgesetzt würden. Auch Kolumbien wurde von US-Präsident Trump bereits unter Druck gesetzt, gegen den Drogenexport aus ihrem Land in die USA vorzugehen. Der Präsident Kolumbiens Gustavo Petro, regierte mit einer Einladung an Trump nach Kolumbien zu kommen, um der Zerstörung von Drogenlaboren beizuwohnen.

Interpretationen und Streitpunkte

Die US-Administration argumentiert, dass militärische Aktionen gegen Drogenkartelle und angebliche Lieferwege notwendig seien, um amerikanische Bürger vor tödlichen Substanzen zu schützen. Diese Rhetorik wurde bisweilen in ungewöhnlicher Weise aufgeladen, so etwa durch die Einordnung Trumps von Fentanyl laut „Washington Post“ als eine Art „Waffe von Massenvernichtung“ in politischen Verlautbarungen – eine Symbolik, die stärker politisch aufgeladen als völkerrechtlich solide ist und von Experten teils kritisiert wird. Venezuelas Regierung bezeichnet die militärischen Operationen als Aggression und Verletzung der UN-Charta, und argumentiert laut dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, die USA würden versuchen, einen Regimewechsel zu erzwingen und Ressourcen wie Öl unter Kontrolle zu bringen. Diese Darstellung wurde auch in deutschen Medienberichten aufgegriffen. Dabei ist das von der Regierung Maduro und von den internationalen Massenmedien übernommene Narrativ unglaubwürdig und höchst fragwürdig. Für diese Deutung lässt sich anhand der verfügbaren Handels-, Sanktions- und Importdaten kein belastbarer Nachweis eines primären Handlungsmotivs ableiten. Mehrere nachweisbare Punkte sprechen vielmehr dagegen:

  • US-Politik der letzten Jahre zielte wiederholt darauf, venezolanisches Öl zu blockieren – nicht zu „erobern“.

Ein zentraler, überprüfbarer Befund: Die USA haben laut GTAI Sanktions- und Handelsinstrumente eingesetzt, die den Verkauf venezolanischen Öls erschweren sollen. Besonders deutlich ist das bei den von Washington eingeführten Zöllen gegen Staaten, die venezolanisches Öl kaufen. Das ist das Gegenteil einer Strategie, „an das Öl zu kommen“ – es ist eine Strategie, Erlöse und Handelswege Venezuelas zu kappen.

  • Die Chevron-Ausnahme belegt keine „Öl-Enteignung“, sondern das Gegenteil: strikte Kontrolle und politische Konditionierung

Das „Handelsblatt“ beschreibt, dass Chevron als faktisch einziger großer US-Akteur in Venezuela über Sonderregelungen agieren durfte – gerade nicht als freie „Öl-Eroberung“, sondern als enge Lizenzlogik unter Sanktionsregime. Es ordnet dies als Teil einer politischen Druck- und Tauschlogik ein, nicht als freien Ressourcenzugriff.

  • Für die USA ist venezolanisches Öl nicht versorgungskritisch – Kanada dominiert die US-Öleinfuhren

​​​​​Ein weiterer harter Fakt gegen das „Öl als Hauptmotiv“: Laut der Industrie- und Handelskammerbeziehen die USA den größten Teil ihrer Öleinfuhren aus Kanada. Selbst deutsche Industrie- und Außenwirtschaftsstellen führen Kanada als wichtigsten Lieferanten an (Größenordnung: etwa die Hälfte der US-Öleinfuhren; teils werden ~60% genannt).  

Hinzu kommt ein technischer Punkt: Laut einem Bericht der Deutschen Börse sind viele US-Raffinerien auf schwere Rohölsorten ausgelegt; kanadisches schweres Rohöl ist dafür strukturell zentral. Das wird auch in deutschsprachigen Marktberichten so beschrieben.  
Das bedeutet: Selbst, wenn Venezuela große Reserven hat, ist es für die USA nicht der kritische Nadelöhr-Lieferant, der eine militärische Operation „ökonomisch zwingend“ machen würde.

  • Das „Öl“-Narrativ ist in der aktuellen Berichterstattung häufig eine freie Interpretation und kein belegtes Motiv

Deutsche Medienberichte am Beispiel der Berichterstattung des „Handelsblatt“ zeigen, dass die Deutungen („erst Drogen, dann Öl“) Teil der politischen und medialen Einordnung im Sinne eines Framings (Rahmung) sind. Das ergibt noch lange keine beweisbare Motivlage. Selbst dort, wo „Öl“ in der Berichterstattung als Thema auftaucht, wird es häufig als politische Forderung, Druckmittel oder Folgekonflikt beschrieben – nicht als belastbarer Nachweis, dass der Einsatz primär der „Öl-Aneignung“ diente. Die belegbaren Maßnahmen (Sanktions-/Zollpolitik gegen Käufer venezolanischen Öls, Lizenzrestriktionen, zeitweise Exportstopps, geringe Versorgungsabhängigkeit der USA, kanadische Dominanz) widerlegen die Behauptung, Washington gehe es „primär um Venezuelas Öl“, zumindest als Haupttriebfeder.

Die aktuelle Lage ist durch faktische Unsicherheiten und widersprüchliche Narrative gekennzeichnet. Fest steht jedenfalls, dass die militärischen Aktionen der USA gegen Venezuela stärker für ein Motivbündel aus  Sicherheitsargumentation (Drogen) , Regime-/Sanktionspolitik, Druck auf Handelswege und Einflussprojektion als für eine simple These „Militäreinsatz = Ölraub“ sprechen.

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